Die Klientin bearbeitet ihren inneren Konflikt mit ihrem Bruder, der
nach dem Tod des Vaters dessen Rolle übernommen und so das alte Muster
aufrechterhalten hat. Im Abschlussbild hat schließlich jeder seinen
angemessenen Platz im Familiensystem gefunden und als Krönung taucht
das Bild einer Hochzeit auf. Es ist die Hochzeit der Klientin, welche
ihre Heilung symbolisiert.
Nachdem die Klientin eine Tür, von der sie sich angezogen fühlte,
geöffnet hat, steht sie auf einer schönen Wiese. Sie bemerkt
jedoch recht schnell, dass die Atmosphäre „trügerisch“
ist, im Hintergrund ahnt sie einen Vulkan, der „grollt“. Auf
die Frage, mit welcher Person aus ihrem Leben dieser Vulkan zusammen hängt,
erscheint ihr Bruder: „Ich will dir sagen, dass ich auf deiner Lebensenergie
hocke.“
In ihrer jetzigen Lebenssituation geht es dabei um Erbstreitigkeiten,
doch das sieht der Therapeut nicht als Ursache für die Energieblockade
an und deshalb bittet er die Klientin, intensiver zu atmen, um an ältere,
weiter zurück liegendere Konflikte heran zu kommen.
Das funktioniert sehr gut: Über diese intensive Atemtechnik schafft
es die Klientin, an einen tiefen Schmerz heran zu kommen, sie spürt
einen „großen Kampf mit dem Bruder“, bei dem es vor
allem um gegenseitige Ablehnung geht.
Die Klientin wird weiter in ihre Schmerzen geführt und kommt vom
Bruderkonflikt zu ihrem inneren Vaterbild, das damit direkt in Verbindung
steht: „Der Bruder übernimmt die Vaterrolle.“ Im Weiteren
geht es nun darum, dass diese beiden Energiebilder, das des Bruders und
das des Vaters, miteinander in Kontakt gehen und diese Sache klären:
Der Vater muss in der Vaterrolle und der Bruder in seiner Rolle als Bruder
der Klientin bleiben. Während dieses Prozesses durchläuft die
Klientin verschiedene Schmerzzustände, angefangen von einem starken
Druck in der Brust bis hin zu intensiven Magenschmerzen. Immer wieder
weist der Therapeut darauf hin, diese Symptome direkt anzusprechen: „Du
kannst den Schmerz fragen: Was willst du mir damit zeigen oder was sind
die Ereignisse, die damit zusammen hängen?“
Dabei ist es von großer Bedeutung, dass sie immer wieder mit ihren
inneren Bildern in Kontakt geht: Sie wird aufgefordert, ihre Gefühle
dem Vater/Bruder zu zeigen, ihre Schmerzen mitzuteilen. Die Klientin teilt
also ihrem Vater unter Tränen mit: „Eine ganz tiefe Traurigkeit
habe ich, Vater, ich möchte nicht, dass mein Bruder das macht, dass
er deine Funktion übernimmt, ich möchte endlich mal leben!“
Und auch mit dem Bild des Bruders findet ein intensiver Austausch statt,
bei dem es immer noch darum geht, dass jeder in die Rolle kommt, die er
inne hat und darin auch bleibt.
Einige Schmerzzustände und Tränen später ist es dann soweit:
Innerer Vater und innerer Bruder der Klientin kommen ganz in ihre Energie,
die Klientin fühlt sich erlöst. Der Vater sagt: „So wollte
ich es immer.“ Passend dazu ist auch das Eingangsbild verändert:
Der Vulkan ist nun ein Berg, auf dem Blumen wachsen, kein Vulkan mehr.
Im Anschluss daran führt der Therapeut die Klientin durch verschiedene
Bilder aus vorhergehenden Sitzungen, um überprüfen zu können,
wie sich diese jetzt zeigen, ob sie sich verändert haben usw. Im
Zimmer mit dem Ofen lodert das (Lebens-) Feuer nun besonders stark. Auch
das Bild des Tempels hat sich verändert, dieser ist jetzt nach oben
hin offen, ebenso das Haus am See: „Das letzte mal musste ich ja
hoch krabbeln. Da sind jetzt mehr Stufen dazugekommen. Ich kann ganz normal
hoch steigen. Ich geh jetzt rein und komme erst in dieses Schlafzimmer,
dann komm ich in den Raum, der leer war, aber jetzt stehen darin Pflanzen
und ein ganz große Zimmerlinde, die fällt besonders auf. Der
Durchgang zur Küche das ist wie so ein Bogen und da sind lauter Blumen
dran, die Küche dahinter ist weg aber dahinter sehe ich eine Schloss.
Ein Schloss! Und da führt jetzt ein Weg hoch. Ja, aus dem Zimmer
der Leere führt jetzt ein Weg zum Schloss. Da sind rechts und links
Menschen, die jubeln und sich freuen, dass ich komme. Das ist, als ob
sie mich begrüßen, so eine riesige Feier.“
Die Klientin geht nun zu ihrem Schloss, das sich neu in ihrer Innenwelt
zeigt: „Ich fühle mich da so, als ob ich zu einer Hochzeit
komme. Und das ist auch noch meine Hochzeit. Ich komme in das Schloss
und alles ist so geschmückt, es brennen Kerzen und es sind Rosenblätter
gestreut. Da erwartet mich mein Prinz.“ Nach Ansicht des Therapeuten
zeigt dieses Bild, dass die Klientin ihren inneren Konflikt, der durch
den Brustkrebs seinen körperlichen Ausdruck gefunden hatte, nun überwunden
hat. Auch das innere Kind der Klientin ist munter und fröhlich, was
direkt mit Gesundheit korrespondiert.
Am Ende bekommt die Klientin noch das Bild eines großen Ohres zu
sehen, das ihr zeigt, wie sie in Zukunft diesen Draht zu sich selbst behalten
soll, eine Art Wächter, der ihr hilft, stets auf ihre eigenen Wünsche
und ihre innere Stimme hören zu können.
|