Dies ist die letzte Sitzung innerhalb einer Reihe von Sitzungen, in
denen es der Klientin gelungen ist, sich selbst von ihrer Brustkrebserkrankung
zu heilen. Das Abschlussbild ist „perfekt“: Die Eltern stehen
hinter ihr, das innere Kind ist fröhlich und gesund, die Blumen blühen,
der Schattenanteil, symbolisiert durch den Teufel ist aufgelöst und
die Klientin hat nun nicht nur ihren inneren Frieden, sondern auch ihre
Berufung in der äußeren Welt gefunden. Sie erkennt: „In
meinem Fall war es Glück, krank geworden zu sein. Meine permanente
Suche im Außen hatte mich schon so auf gefressen, ich hatte wie
so ein Hamster im Rad immer weiter gesucht. Jetzt muss ich nicht mehr
suchen. Ich bin in der Gegenwart und kann mir regelrecht das Programm,
das ich will aussuchen.“
Die Klientin nimmt eine Tür, deren Türspalt buntes Licht durchlässt
und betritt einen Raum voller Blüten und Moos, was sie als äußerst
angenehm empfindet. Nur die bunte Lampe an der Decke gefällt ihr
nicht, und sie fragt sie, warum sie da noch hängt. Wieder erscheint
der Teufel, der mit dieser grellbunten Lampe die „natürliche
Harmonie“ stören will. Im Verlauf des Dialoges mit ihm stellt
sich heraus, dass der Bruder der Klientin, bzw. das abgespeicherte, innere
Bild desselben, damit zusammen hängt. Doch bevor die Klientin sich
diesem Thema widmet, beschäftigt sie sich zunächst mit einem
großen „Glückskäfer“, der ihr in diesem Bild
sehr ins Auge sticht. Dieser Käfer führt sie zu einem anderen
wichtigen Thema: Ihre berufliche Zukunft. Sie reist in der Zeit 2 Monate
vorwärts und geht in ihren Bildern wieder arbeiten, sieht, wie sie
Stück für Stück in ihre Arbeitswelt zurück findet,
und bemerkt eine neue innere Ruhe und Gelassenheit, mit der sie nun alles
angehen kann.
„Glückskäfer, willst du mir sagen, dass es in meinem Fall
Glück war, krank geworden zu sein? Ja, deine permanente Suche im
Außen hat dich so aufgefressen, du hast immer weiter, wie so ein
Hamster im Rad, immer wieder weiter gesucht. Du brauchst jetzt gar nicht
mehr suchen, du bist in der Gegenwart und hast hier praktisch das ganze
Programm, dass läuft ab und du bist dabei und kannst dich bedienen.
Du kannst dir regelrecht das Programm aussuchen.“
Die Klientin soll nun überprüfen, ob ihre inneren Eltern auch
diesbezüglich hinter ihr stehen und in jedem Fall für sie da
sind, wie es in der erlösten Form der Fall sein müsste. Ihr
Vater freut sich zwar für sie, gibt ihr jedoch umgehend den Hinweis,
dass es Zeit für seine Tochter sei, sich selbständig zu machen.
Es entsteht sofort ein Konflikt: Die Klientin fühlt sich unter Druck
gesetzt.
Im Dialog mit dem Vater versucht die Klientin nun, diesen zu lösen,
sie erinnert ihn daran, dass er hinter ihr stehen sollte, bedingungslos,
und wie sie darauf baut, dass er das tut. Das Bild des inneren Vaters
ist sofort bereit diesen Wünschen zu entsprechen: „Wenn Du
stark bist, wenn ich hinter Dir stehe, dann mach ich das auch!“.
In gleicher Weise reagiert das Bild der Mutter in der Innenwelt der Klientin,
sie steht hinter ihr und unterstützt das, was sie tut.
Im Dialog mit der Mutter wird deutlich, dass diese „bedingungslose
Liebe“ unabhängig vom Zwist der Klientin mit ihrem Bruder besteht,
der in der Außenwelt noch immer anhält. Die innere Mutter äußert
sich dahingehend, dass sie hinter der Klientin stehe, aber im Falle des
Streites mit dem Bruder nicht Partei ergreifen möchte. Beides sind
ihre Kinder, es ist nicht möglich, das eine mehr oder weniger zu
lieben als das andere. Die Klientin ist damit ganz einverstanden und wendet
sich nun ihrem Bruder zu:
„Bruder ich gehe jetzt den Weg der Klärung. Ich möchte
das, was wir noch miteinander haben, geklärt haben. Bist du damit
einverstanden?“ - „Nöööö, ich will mit
dir nichts klären.“ (Thema: Erbschaft)
Das Bild des Bruders in der Innenwelt der Klientin spricht davon, dass
sie sein Leben zerstört habe, indem sie ihm den Vater weggenommen
hat. Im weiteren Dialog stellt sich heraus, dass die beiden Kinder zeitlebens
um die Anerkennung des Vaters gekämpft haben (heute kämpfen
sie um das Erbe).
Es stellt sich heraus, dass er früher keinem der Kinder Anerkennung
geben wollte, damit sie stark würden, so sein Weltbild, und für
das Leben gewappnet seien. Heute ist er, als inneres Bild der Klientin
ganz erlöst und gibt ihr jede Anerkennung, die sie braucht. Doch
bei dem Bruder sieht das anders aus: Sein Leben will und kann er nicht
unterstützen, seine Konflikte seien nicht gelöst, sagt der Vater.
An dieser Stelle kippt nun auch das Bild des Teufels: Er gibt zu, dass
er wegen dem Bruder gekommen ist, und nicht wegen der Klientin selbst.
Die Klientin versucht, ihrem inneren Bruder zu helfen, sie grenzt sich
einerseits ganz klar von ihm ab, d.h. sie tut nur das, was sie tun kann
und nicht mehr, andererseits hilft sie ihrem Bruder; sie hilft ihm, in
die Handlung zu kommen. Am Ende kippt das Bild: Der Bruder bringt den
Teufel um.
Die Klientin entspannt sich, und mit ihr ihre innere Familie: „Wir
sind alle gerade so entspannt, so sitzen wir da. Mein Bruder ist so froh,
dass er das gemacht hat. Er ist so dankbar. Er war schon vom Teufel besessen.
Er ist mir so dankbar, das ich ihn dazu gebracht habe.“ (den Teufel
zu töten)
Die Klientin spürt noch Schmerzen in der Brust und im Nacken, sie
fragt erneut nach, warum diese Schmerzen noch da sind und bekommt die
Antwort, dass sich diese jetzt allmählich auflösen und es in
Ordnung ist, wenn das langsam geschieht. Auch damit ist sie einverstanden.
Am Ende bittet der Therapeut die Klientin den Anfangsraum noch zu überprüfen,
um zu sehen, was sich dort verändert hat, und tatsächlich wurde
aus dem unangenehmen bunten Licht der Lampe nun helles, klares, weißes
Licht, das die Klientin nicht mehr stört. Auch das innere Kind wird
noch einmal herbei gerufen, es ist 3 Jahre alt, fröhlich, unbeschwert
und hüpft „in völliger Harmonie mit sich selbst“
über die Blumenwiese.
Therapeut: „Ja, das ist alles so perfekt. Das ist eigentlich genau
so, wie ein idealer Abschluss ist. Mama ist hinter dir, Papa ist hinter
dir, dein Kind ist fröhlich und gesund und die Blumen blühen
und der Teufel und der Schattenanteil sind aufgelöst.“
Klientin: „Ja.“ (Abschlussmusik wird eingespielt)
|