Die Session
Die Klientin schreibt auf eine Tür “Tochter” und betritt
ein Kinderzimmer, in dem ein kleines Kind, 2,3 Jahre alt, in einem viel
zu großen Bett sitzt. Als sie in Kontakt geht mit dem Kind, wird
es größer, ist nun 6 Jahre alt und aus diesem Spielzimmer herausgewachsen.
Es ist traurig, denn es fühlt sich von seiner Familie in etwas reingedrängt,
was es selbst gar nicht will.
Kl. Ich merk, daß sie sehr traurig ist. Es verletzt mich sehr.
Th. Spür mal, was es genau ist, was dich verletzt. Und sag es ihr.
Kl. Mich verletzt, daß du dich nicht wohlfühlst bei mir. Daß
ich dir nicht ein Zimmer geben kann, in dem du dich nicht in eine Ecke
zurückziehst, und nicht mitten in deinem Zimmer sitzt und machst,
was du möchtest. Sie sitzt da und erwidert nichts. Sie nimmts hin.
Th. Ja, wie ist das für dich?
Kl. Das kränkt mich, denn ich liebe ja dieses Kind. T., ich lieb
dich. Und ich war immer bemüht, daß es dir gut geht, daß
du keinen Mangel hast. Aber ich sehe ja, daß du dich nicht wohlfühlst,
und das macht mich sehr unglücklich.....
Th. Dann guck mal, was sie braucht, und guck mal, ob du ihr dabei helfen
kannst oder was du machen kannst, was verändern kannst.
Kl. T., kannst du mir sagen, was du brauchst, um wieder fröhlich
zu sein? Ich brauch Liebe. Ich schenk dir keine Liebe.
Th. Frag sie doch mal, von wem sie Liebe braucht hauptsächlich, Intimität,
Aufmerksamkeit, Hingabe. Was auch immer.
Kl. T., von wem brauchst du mehr Zuneigung oder Liebe? Ich brauchs von
dir.
Th. Wie ist das für dich, wenn deine Tochter dir sowas sagt?
Kl. Ja, ich weiß das, daß sie die Liebe einfordert grade von
mir. Und es fällt mir so schwer, ihr die Liebe zu geben.
Th. Sag ihr das mal.
Kl. T., es fällt mir so schwer, dir die Liebe zu geben. Ich hab mir
immer was Neues einfallen lassen, aber es kommt so wenig von dir zurück.
Ich weiß nicht, wo du dich wohlfühlst, ich versteh dich gar
nicht.
Weil du mich nicht so nimmst, wie ich bin. Du willst mich in dein Muster
reinziehen, und ich wehr mich dagegen.
Th. Dh. also, du müsstest sie total so nehmen , wie sie ist. Und
dann gäbe es solche Basis von Anerkennung und Akzeptieren und Lieben.
Dann soll sie dir doch mal genau zeigen, an welchen Stellen sie meint,
daß du sie nicht anerkennst.
Es erfolgt nun eine längere Aussprache zwischen Mutter und Tochter,
an deren Ende folgendes steht:
Kl. Und dann stört mich auch, daß du mich nicht loslässt,
mich nicht meinen Weg gehen lässt. Ich bin nicht der Ersatz für
deinen Partner. Ich weiß das, und ich möchte das auch nicht.
Und ich möchte dich auch ziehen lassen, aber.......................
Th. Ja, deshalb ist vielleicht auch das Kinderzimmer in dir. Du hast gesagt,
sie ist im Alter von zwei bis drei Jahren; offensichtlich ist das Kind
in dir noch in diesem Alter abgespeichert, so 2,3 Jahre und hat ein viel
zu großes Bett.
Also offensichtlich ist es da herausgewachsen, ist schon erwachsen. Aber
in dir ist es noch das Kind. Und da scheint eine große Spannung
zu sein........... Dh. also, das Kind sitzt eigentlich gar nicht so richtig
in seinem Zimmer symbolisch.
Was man machen kann, ist, daß das Kind anfängt, sein eigenes
Zimmer einzurichten. Und gucken, ob sich dadurch was verändern kann.
(Kl. ja) Schlag ihr doch sowas mal vor.
Die Tochter richtet sich nun ihr Zimmer nach ihren Wünschen ein,
es wird schön, aber es gibt auch ein Chaos, und die Tochter sagt
der Mutter deutlich: Das ist meine Abgrenzung gegen euch (Mutter und Oma).
Das kann die Klientin nur zum Teil akzeptieren und gibt zu, daß
sie es schwer aushält, wie die Tochter so ganz anders leben will
als sie.
Th. Das würde bedeuten, irgendwie hast du so einen ähnlichen
Konflikt mit ihr wie dein Vater mit dir. (Kl. lacht, ja) Dein Vater lässt
dich auch nicht, und dann machst du dein eigenes Ding. Das ist anscheinend
so ein Familienthema, und offensichtlich braucht ihr das, damit jeder
seinen Weg findet. (Kl. lacht, ja) Dann erklär es deiner Tochter
doch mal von der Seite. Daß ihr da ein Familienthema habt oder wie
auch immer.
Kl. Ja, T., dazu möchte ich dir sagen, daß ich ja mit meinem
Vater, der hat auch immer versucht, mich zu gängeln, und hat mir
meine Freiheit genommen. Und das hab ich auf dich übertragen. Ich
möchte das hinter mir lassen. Ich möchte , daß du frei
bist. Das möchte ich auch. - Kassettenwechsel -l
In einem längeren Austausch klären nun Mutter und Tochter wie
die gegenseitige Ablösung erfolgen kann. Und die Klientin sagt ihrer
Tochter auch ehrlich:
Kl. Ich empfinde da manchmal auch ein bisschen Neid dir gegenüber,
weil du dann dein Ding so durchziehst und überhaupt auch keine Rücksicht
nimmst, ob mir das recht ist oder nicht. Du ziehst das durch. Und ich
musste in meinem Leben immer so viel Rücksicht nehmen, wenn der Vater
dagegen war, und dann hab ich das sein lassen. .........da hab ich zumindest
ein schlechtes Gewissen gehabt. Sein lassen, hab ichs nicht. Aber ein
schlechtes Gewissen.
Und da sagt sie: Ja, ein schlechtes Gewissen hab ich schon manchmal auch,
weil ich ja weiß, daß es dir nicht recht ist. Ich kann nicht
anders, und ich zieh das durch.
Th. Ja, was willst du jetzt machen? Offensichtlich will sie ihren eigenen
Weg gehen. Und irgendwie musst du das lernen, Ja zu sagen dazu. Das ist
dieser Ablösungsprozess, und der ist nie leicht, das ist klar. Und
der ist immer selbstähnlich, du kennst ihn von früher.
Kl. (lacht leise) Ja. Ja, aber das ist mir viel zu wichtig. Ich möchte,
daß sie...................
Th. Sags ihr.
Kl. T., ich möchte , daß du deinen Weg gehst, und das krieg
ich hin. Da lass ich dich in Ruh. Da werd ich mich auch ganz ablösen.
Dann kann unser Verhältnis auch wirklich in Liebe gedeihen.
Th. Guck mal, was sie bräuchte von dir, vielleicht hat sie auch Bedingungen
. Guck mal, was sie äußern könnte, was hilfreich wäre
dafür.
Mutter und Tochter einigen sich, wieviel Unterstützung, u. a. finanzieller
Art, die Tochter noch von der Mutter bekommen soll. Als die Mutter für
den weiteren beruflichen Weg Wünsche anmeldet, z. B. daß die
Tochter da entschlossener und zielgerichteter vorgeht, weiß die
Tochter sich bereits abzugrenzen.
Kl. (zur Tochter) Und das ist das, was mich dann, diese Unentschlossenheit,
das ist so vom Vater, so auf den letzten Drücker, das hemmt mich
auch in meiner Entwicklung. Dann kann ich auch nicht Meins machen, weil
ich erst Deins geregelt haben will.
Aber Mutter, das geht ja so nicht. Du machst Deins, und ich mach Meins.
Dann wäre uns beiden geholfen.
Ich denke, anders gehts fast gar nicht. Ich bin damit einverstanden.
Th. Ja, dann guck mal, was es noch zu klären ist mit ihr.
Kl. Ja, T., gibt es noch was zu klären? Nee, sie sagt, ich hab dich
ganz arg lieb. Mehr will sie gar nicht. Sie will nur, daß sie ihren
Weg gehen darf.
Th. Hat dir die Aussprache mit ihr jetzt was gebracht? (Kl. ja) Dann sags
ihr.
Kl. Das ist wichtig gewesen, daß wir jetzt miteinander darüber
noch mal gesprochen haben. Und für mich ist es auch viel klarer geworden,
daß ich meinen Weg unabhängig von dir gehen werde. Und daß
du das auch genauso machst. Sie sieht es genauso.
Th. Sehr schön. Gut, dann geh doch noch mal in das erste Bild rein,
das Kinderzimmer, und guck mal, was sich da getan hat.
Kl. Diese Wände sind immer noch da .Ein Schreibtisch steht jetzt
drin. Und die T. sitzt nicht mehr in der Ecke, die sitzt jetzt an diesem
Schreibtisch. Es sind ihre ganzen Stofftiere dazugekommen. Die Spielecke
ist weg, und die Stofftiere sind da. Sie ist jetzt auch ein bisschen größer,
aber sie ist keine 23.
Th. Wie alt ist sie?
Kl. So 10, 12.
Th. Dh. Innerlich in dir ist sie 10,12 Jahre alt. In dir nimmst du eine
andere Wahrheit wahr. Das kann ja energetisch viel stimmiger sein als
das Außen.
Kl. ja
Th. Was mich mal interessieren würde: Wie geht es deinem Inneren
Kind? Also du hast ja auch ne Kindheit gehabt, eine Art von kindlichem
Leben hinter dir, was ja heute anders ist . Da gibt es normalerweise so
ein Bild von einem Inneren Kind. (Kl. ja) Wenn du heute dieses Bild aufrufen
würdest, lass es doch mal kommen und guck mal, wie fröhlich
es ist, oder wie es ihm geht und wie alt es ist.
Kl. Ja, das ist fröhlich. Ich hab sogar zwei Bilder, einmal so 2
und dann so 6, 7. Zwei Bilder, so wie ich ganz klein war, da bin ich wirklich
so freudig in die Welt getreten. Und mit 6, 7 hatte ich die Freude immer
noch, etwas anders, aber trotzdem immer noch freudig. 10, 12 da war es
schon nicht mehr so, da war dann Schule,..............................
Da war das Leben dann schon schwerer, nicht mehr so freudig. Aber ich
hab mich trotzdem wohlgefühlt.
Th. Wenn du dein Inneres Kind auftauchen lässt, sprich es doch mal
an und frag es, was es von dir braucht. Hör mal, was es sagt.
Kl. Inneres Kind, komm einfach mal heraus und sag mir, was du brauchst.
Ich brauch Liebe.
Th. Es soll dir auch ruhig mal sagen, in welcher Form....
Kl. Kannst du mir mal sagen, in welcher Form. Es sagt in Form von Halt.
Th. Weißt du, was sie meint?
Kl. Ja, daß es Fehler machen darf und trotzdem dann noch geliebt
wird.
Th. Wie kann dieses Innere Kind denn mit deiner Tochter umgehen? Bring
die beiden mal zusammen.
Kl. Ja, die verstehen sich gleich. Die wollen in die gleiche Richtung.
Th. Frag mal, was es noch mit dir zu klären hat.
Kl. Das Innere Kind mit meiner Tochter?
Th. Mit dir.
Kl. Kannst du mir mal sagen, was du noch mit mir zu klären hast?
- Pause -
Th. Na, offensichtlich kommt nichts. (Kl. nee)
Kassettenwechsel, dadurch entsteht eine Lücke, in der der Therapeut
vermutlich nach der Inneren Frau der Klientin gefragt hat:
Kl. Oh, da kommt eine schöne Frau. (Meeresrauschen ist zu hören.
) Sie kommt so leichten Fußes mir entgegen, und sie hat so einen
offenen Blick . Und sie freut sich, mich zu sehen .
Th. Wie ist das für dich, wenn du sie so siehst? Sprich sie ruhig
mal an.
Kl. Ja, ich freu mich , dich zu treffen. Ich wusste gar nicht, daß
du so schön bist. Ich bin ganz überrascht, ich möchte dich
immerzu anschauen. Du bist so anmutig, hast so schöne lange Haare
und so eine graziöse Haltung.
Th. Frag sie mal, ob sie ne Botschaft für dich hat.
Kl. Ich möchte dich fragen, ob du eine Botschaft für mich hast.
Ja: Stürz dich in die Wogen des Lebens.
Th. Frag sie mal, ob sie dir hilft, dir zur Seite steht.
Kl. Ja, mir wäre recht, wenn du mir zur Seite stehst. Ob du diesen
Weg mit mir gehen willst, würde ich gerne wissen. Ja, natürlich,
ich freue mich ja schon so lange drauf. Und ich würde es begrüßen,
wenn wir jetzt so langsam mal loslegen.
Th. Gut, dann frag sie doch mal. Du hast jetzt Brustkrebs gehabt, wir
haben die ganze Woche gearbeitet, du hast ne ganze Menge aufgearbeitet:
Wie sieht sie das? Bist du gesund in ihren Augen oder musst du noch irgendwas
Wichtiges machen?
Kl. Ich hab ja Brustkrebs und hab die ganze Woche jetzt hart gearbeitet,
und möchte dich fragen, wie du das siehst. Habe ich meinen Krebs
überwunden? Ist der weg? Ja, der ist weg.
Th. Wie ist das für dich, wenn du das so klar hörst?
Kl. Ja, ich weiß es ja auch. Ja, es ist ein schönes Gefühl.
Th. Gut, dann soll sie doch mit dir mal in das erste Bild gehen, was wir
zuallererst hatten, was ich aufgedeckt hab oben in der großen Runde.
Da gab es diesen Schrank und diesen Raum usw. Guck mal, ob du dich noch
erinnern kannst (Kl. ja). Nimm sie mal mit dahin, deine Weiblichkeit und
sag mir mal, wie der Raum sich jetzt verändert hat.
Kl. Ja, das war ja ein Tempel. Und in diesem Tempel war dieser alte modrig
riechende Schrank und..., ja...
Th. Gut, dann geh noch mal in diesen Tempel.
Kl. In diesem Tempel: Der Schrank ist weg, da glitzert und funkelt es
jetzt. Der ist innen ganz mit Gold verkleidet und hellerleuchtet. Und
die Person, die da geherrscht hat, ist nicht mehr da. Aber man hat so
das Gefühl, das Licht ist da geblieben.
Th. Guck mal, wie die Innere Frau auf diesen Tempel reagiert. Es ist ja
dein Zuhause , der symbolische Ausdruck von dir.
Kl. Ja, sie fühlt sich genauso wohl. Sie ist es gewohnt, daß
es um sie glitzert.
Th. Oh ja. Was ich gern mal wissen will: Wenn der Mann, oder wer das war,
nicht mehr da ist, ist das dann dein Thron?
Kl. Es ist unser Thron!
Th. Unser Thron heißt, dein Thron und der der Inneren Frau? (Kl.
ja) Dann setz dich oder setzt euch ....... Mal gucken, wie sich das anfühlt.
Kl. Wir setzen uns beide hin, ja!! Das ist wie, als wenn wir im Paradies
wären. Das ist wunderschön, wie genießen das.
Th. Ja, das ist ja dein Thron, dein Raum, dein Platz (Kl. ja), und es
ist auch wichtig, daß du ihn einnimmst. Und du kannst diesen Mann,
der zuallererst da war, noch mal kurz rufen und ihn fragen, ob das so
stimmig ist, daß du jetzt deinen Platz eingenommen hast.
Kl. Lichtwesen, wo du hier in diesem Tempel geherrscht hast: Wir sind
jetzt hier, ich mit meiner Inneren Frau noch mal in diesen Tempel gekommen
und wollen dich fragen, ob dieser
Platz richtig ist. Ja, ich hab den Platz für euch geräumt, und
ihr füllt diesen Platz jetzt aus.
Th. Ja, das war auch damals meine Idee, daß das dein Platz ist,
und du musst ihn dir wieder - ich sag jetzt mal - zurückerobern,
erarbeiten. Und er hat ihn als übergeordnetes Wesen oder was auch
immer freigehalten.
Gut, dann holen wir auch noch mal die Schlangen, die es damals ja gab.
Die sollen alle mal auftauchen. Und wir fragen mal nach ner Botschaft,
ob die jetzt noch was zu sagen haben.
Kl. Schlangen, kommt noch mal her. Ihr wart ja so zusammengeknuddelt in
einem Korb. Kommt noch mal her und schaut euch dieses Bild an . Und habt
ihr dazu noch was zus sagen? Nee, sie müssen jetzt auch gar nicht
mehr so zusammengeknuddelt sein. Sie kriechen jetzt am Boden rum und wollen
sogar diesen Tempel verlassen. Sie fühlen sich da gar nicht so wohl,
das stört. Sie stören hier.
Th. Ok, guck mal, wo sie hingehören
Kl. Sie möchten wieder in den Wald zurück, da fühlen sie
sich wohl.
Th. Sie haben ihre Aufgabe erfüllt?
Kl. Sie haben ihre Aufgabe erfüllt.
Th. Ok, dann lass die Heinzelmännchen auftauchen und guck mal, wie
die reagieren.
Kl. Die sitzen am Tisch und sind ganz schön erschöpft. Und sie
sagen, das war ein ganz schön hartes Stück Arbeit.
Th. (lacht) Ja, das stimmt.
Kl. Und freuen sich mit mir und meiner Inneren Frau, daß wir uns
alle so wohlfühlen. Und sie sagen, sie kommen dann wieder, wenn ich
sie brauche.
Th. Also, sie stehen dir zur Verfügung, haben dir geholfen, und freuen
sich.
Kl. Ja.
Th. Und wer war da noch beteiligt? Guck mal, wer da noch aufgerufen werden
will.
Kl. Mein Bruder.
Th. Guck mal, wie der kommt, wie der reagiert?
Kl. Pff, der kommt da wieder so schlaksig rein und sagt: Meine Schwester
wieder, die zieht da wieder ne Show ab. Der stört irgendwie die Harmonie,
der will dieses Licht gar nicht sehen.
Th. Ja, antworte ihm, reagier auf ihn.
Kl. Ich würde ihn gern einladen, hierher zu kommen. Er soll doch
einfach mal ohne Vorurteile einfach hier mal mit mir sitzen bleiben.
Th. Sags ihm.
Kl. Ich würde dich gerne einladen........, und lass uns doch einfach
mal den Augenblick genießen. Du willst mich nur breitschlagen.
Th. (lacht) Er hat Angst........geschlagen zu werden. Ja, dann muss er
da sitzen mit seiner Schwester. Ja, gut, guck mal, wie du darauf reagierst
jetzt.
Kl. Du bist doch auch Wärme und Licht, lass dich doch darauf ein.
Ja, das will er schon; das hat er ja immer bei mir gesucht (Th. Oh ja).
Er kommt zögerlich, aber er kommt. Er setzt sich zu mir, kommt ganz
nahe zu mir. Er kämpft so richtig gegen sich, aber ich merk richtig,
wie meine Ausstrahlung ihn erreichen lässt. Er kann da gar nicht
anders, als das zu akzeptieren. Ja, jetzt hab ich ihn.
Es folgt nun noch ein längeres Versöhnungsgespräch, das
in Liebe und Dankbarkeit auf beiden Seiten endet.
Th. Ja, jetzt lass deinen Vater und deine Mutter auftauchen in der Innenwelt
und guck mal, wie sie reagieren, wie sie auftauchen.
Kl. Die setzen sich gleich auch dazu. Ja, mein Bruder, jetzt strahlt der
auch, die finden das alle so richtig gut, daß wir jetzt hier so
gemeinsam sitzen. Und uns gehts gut. Wir wollen gar nicht mehr die Vergangenheit
, die haben wir uns ja angeschaut, wir wollen uns eigentlich nur um das
Jetzt kümmern. Und wir genießen diesen Augenblick, alle beisammen
zu sein und in Ruhe und Frieden zu sein.
Th. Gut, dann lass deine Tochter dazukommen, taucht sie auf? (Kl. ja)
Guck mal, wie die darein passt.
Kl. Die setzt sich natürlich gleich nebenran, wie sie es gewohnt
ist, und sie sagt gleich: Boa! das ist ja total ungewohnt. Da muss ich
mich jetzt erst mal dran gewöhnen. Na, das geht aber bei ihr ganz
schnell.
Th. Und dein Bruder, hat der Kinder? (Kl. nee) Deine Tochter ist also
die Einzige, die die Linie fortführt. (Kl. ja) Oh ja, das ist ja
klar, daß sie dann im Mittelpunkt ist.
Kl. Und sie hat ja so eine ganz besondere Beziehung zu meinem Bruder,
die können sich nicht riechen. Und sie geht zu meinem Bruder hin
und sagt: “Siehst du Onkel, jetzt können wir ja sogar mal nebeneinander
sitzen, ohne uns anzufeinden. Das ist doch ein schönes Gefühl,
oder?”
Und mein Bruder bekommt sogar richtig fast so eine schützende Funktion.
Er sagt: “Ich wusste ja gar nicht, daß du meine Familie bist.”
Er würde so gern - boa! das merk ich ja jetzt erst! - er würde
so gern sich um sie kümmern, boaa!!, das ist ja ganz stark!!! pfff!
Und ich weiß, daß würde ihr sehr guttun. Die haben sich
ja immer nur bekämpft. Praktisch vom ersten Tag an.
Th. Ja, die haben viel Energie füreinander, heißt das auch.
(Kl. boaaa!!!)) Also viel Attraktion.
Kl. Ja. Das ist ja der Wahnsinn! Das hab ich ja so noch gar nicht gesehen.
Th. Ja, sags den beiden.
Kl. Das ist ja für mich jetzt eine ganz neue Situation. Ihr Zwei
daß ihr da irgendwie zusammen....daß ihr euch auch was zu
geben habt. Das ist ja Wahnsinn! Das macht mich sehr glücklich!
Th. Ja, deine Oma und dein Opa gehören auch noch dazu. Die hatten
wir ja auch irgendwie.
Kl. Den Opa hatten wir. Nur der eine Opa ist gekommen, den hatte ich auch
nur gekannt, von meiner Mutter der Vater. Ja, der hält sich immer
so ein bisschen bedeckt, der ist immer so am Rand, ja, und sagt: Das ist
meine Familie. Der wird ja sowieso von allen akzeptiert.
Th. Ja. Was ist jetzt mit dem Vater von deiner Tochter? Guck mal, wenn
der da auftaucht, wie der da reinpasst.
Kl. Eigentlich gar nicht. Der passt da nicht rein.
Th. Guck mal, wenn er auftaucht, was passiert? Was passiert mit ihm, mit
deiner Tochter und mit dir? Und den anderen? Lass ihn mal auftauchen,
mal gucken, was passiert.
Der Ex-Ehemann erscheint, und die Klientin stellt sofort fest, daß
er in diesen Familienkreis nicht passt. Ihre Eltern verzeihen ihm zwar,
aber ihr Bruder gerät auf der Stelle in Zorn. Auch ihre Innere Frau
wehrt sich entschieden gegen seine Anwesenheit, und selbst die Tochter
kann ihn hier nicht akzeptieren. Die Klientin spürt, daß es
zwischen ihr und diesem Mann nichts mehr zu sagen gibt, verspricht ihm
aber, daß er jederzeit die Möglichkeit hat, mit seiner Tochter
in Kontakt zu treten.
Kl. Aber diese Ehe ist jetzt gelöst, und wir können beide unserer
Wege gehen.
Th. Guck mal, was die anderen dazu sagen, wenn sie das jetzt alle gehört
haben.
Kl. Mein Bruder wird jetzt auch friedlicher, und die T. sitzt jetzt auch
da, ist für sie ok so.
Th. Für deine Eltern auch?
Kl. Ja, sowieso.
Th. Gut, dann guck mal, wie du dich verabschieden willst. Und dann kann
er ja auch ruhig den Raum verlassen, als symbolischer Ausdruck dafür.
Kl. Ja, ich möchte mich von dir verabschieden. Ich wünsch dir
alles Gute für deinen Lebensweg. Und ich möchte, daß du
unsere Zeit als die Zeit der Entwicklung ansiehst und daß du das
jetzt weiterführst auf deinem Weg. Und ich möchte dich bitten,
aus diesem Tempel zu gehen. Ja, er geht.
Th. Wie geht es dir?
Kl. Mir geht es gut.Meine Innere Frau kann jetzt auch wieder strahlen.
Th. Jaa, und wenn sie wieder strahlen kann, heißt das auch, da gibt
es wieder Platz für eine neue Beziehung.(Kl. ja) oder für das
Leben an sich, wie immer es auf dich zukommt. Jaa, das hört sich
alles gut an. Frag mal rum, ob wir irgendwas vergessen haben, gibt es
noch irgendwas zu klären?
Kl. Ich frag noch mal an den Tempel (Th. ja): Tempel, haben wir noch irgendwas
übersehen? Gibt es da noch irgendwas zu tun? Nee, da ist alles getan.
Th. Guck mal, ob die Anwesenden noch irgendeinen Einwurf haben, ob da
noch irgendwas ist.
Kl. Habt ihr noch irgendwas zu sagen? Nee, die sind alle da so glücklich,
da braucht es gar keine Worte mehr. (Leise Musik wird eingespielt.)
Th. Ja, dann bist du jetzt durch.
Kl. lachend: Jaha.
Th. Dein erstes Bild ist wieder dein letztes Bild. Du hast aufgeräumt,
alles geklärt, dir gehts gut.
Kl. lachend: Ja!
Th. Die Anwesenden sind einverstanden.
Kl. Ja.
Th. Ja, jetzt hast du Harmonie in dir, und das Leben kann kommen. Dein
Brustkrebs ist aufgelöst, hat er selbst gesagt, hat auch der Raum
gesagt. Und wenn du hinspürst, jetzt in deinen Körper, spür
mal, wie es sich anfühlt.
Kl. Ja, ich merk zwar noch ein bisschen hier auf der rechten Seite. Aber
ich glaube, daß hat auch damit zu tun, daß ich jetzt grad
meine Tage bekomme. Das tut einfach ein bisschen weh.
Th. Ja, es kann auch sein, daß auf der Körperebene ein bisschen
Zeitverzögerung da ist. Jedenfalls haben wir alles getan, was zu
tun ist.
Kl. Ja. Kann ich die Binde abnehmen?
Th. Wenn du magst, kannst du reinspringen ins Leben. Aber du kannst dich
auch noch ein bisschen ausruhen.
Kl. Ich brauche mich nicht mehr auszuruhen.
Th. Du springst!
Kl. Ja!
Th. Gut, dann spring! (Kl. lacht, Th. lacht.) Wunderbar!!
- Ende der Session und Ende der Therapiewoche -
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