|
Die Klientin hat bereits in der frühen Kindheit ihren Körper
verlassen. Sie sieht sich selbst in einer Missbrauchssituation unter der
Decke schweben. Heute noch fehlt ihr die Lebensfreude und das Vertrauen
ihres inneren Kindes, sie fühlt sich ihr Leben lang gefühllos
und starr. Im Laufe der Sitzung erkennt sie aber, dass sich die Erstarrung
und die Gefühllosigkeit durch die ganze Familie ziehen. Es geht quasi
um eine Erblast, die es aufzurollen und aufzulösen gilt. Die Klärung
dieses Themas fällt der Klientin immer wieder sehr schwer, da sie
hierbei das Gefühl hat, ihre Familie zu verraten. Dennoch gelingt
es ihr, sich dem Thema soweit zu nähern, dass sie am Ende der Sitzung
das Gefühl hat, ein zartes Band zu ihrem inneren Kind geknüpft
zu haben.
Sonja kommt durch einen Felsengang an eine verrostete Gittertür.
Sie geht hindurch und spürt eine Bedrohung. „Da lauert etwas
im Dunkeln.“ Sie nimmt direkt Kontakt mit dem Bedrohlichen auf und
spürt daraufhin ein bedrückendes Gefühl. Die Wände
kommen näher auf sie zu. Sonja macht sich ganz klein.
Sonja lässt sich von dem Gefühl dorthin tragen, wo sie es zum
ersten mal in sich gespürt hat.
Sie ist in ihrem Kinderzimmer. Sie hat das Gefühl am Bett wie eine
Hülle, ganz schlaff und ausgelutscht, zu liegen. „Ich bin ganz
schlaff, wie Papier.“ Das Gegenteil von der Kampfhaltung aus der
1. Session.
Sie nimmt sich ganz durchscheinend wahr und kann ihr Alter nicht ausmachen.
Sonja hat das Gefühl ganz vorsichtig mit dem Mädchen umgehen
zu müssen. „Sie ist ganz dünn.“ Die Kleine hat ihren
Körper verlassen und Sonja sieht sie oben an der Decke. Sie geht
in Kontakt mit ihr. „Ich frag mich, warum da so eine zerbrechliche
Hülle liegt.“ Die Kleine hat keine Lust mehr auf das Thema
Missbrauch. „Ich will nichts mehr spüren.“
Sonja kennt diese Haltung auch aus ihrem jetzigen Leben, wo sie in vielen
Situationen auch nichts mehr spürt. „Ich bin oft ein lebender
Toter.“ Sie teilt das der Kleinen mit.
Dieser Teil fehlt Sonja, der Vertrauen in die Welt hat, das Kind in ihr.
Es geht darum diesen Teil zu erreichen und zurückzuholen, damit er
wieder an Sonjas Leben teilnimmt. Sonja sagt das der Kleinen, die aufmerksam
ist und zuhört. „Würdest du mir vertrauen?“ Die
Kleine will ihr nicht vertrauen, weil sich Sonja jahrelang nicht um sie
gekümmert hat.
Sonja (weint): „Es hat mir viel Schmerzen bereitet, dass du nicht
da bist. Ich habe mich selber nie leiden können. Alles hat mich immer
so viel Anstrengung gekostet. Das Leben war immer eine Last, ich hätte
mir ein leichteres Leben gewünscht.“
Sonja bittet die Kleine mitzuteilen, wie ihr es dabei gegangen ist. Sie
antwortet, dass sie so hilflos war und deshalb rausgegangen ist. Sie hat
aufgegeben.
Der Therapeut rät, in die Situation zu gehen, wo die Kleine entschieden
hat aufzugeben.
Das Bild taucht auf, wo sich ihr Cousin Michael auf sie drauflegt. Sonja
spricht direkt mit Michael, wann sie aufgehört hat zu kämpfen
und rausgegangen ist. „Hast du nicht gemerkt, dass ich leblos werde?“
Er antwortet, dass ihn das nicht interessiert hat, es war ihm egal. Er
hat zu Sonja keine Verbindung gespürt.
An der Stelle ist es wichtig herauszufinden, warum Michael so gefühllos
ist.
Sonja konfrontiert ihn und bekommt daraufhin das Bild wie Michael sich
krümmt vor Schmerzen. Er ist 4/5 Jahre alt und wird von seinen Eltern
geschlagen. Sonja: „Das erschreckt mich.“ Michael hat in dem
Moment auch seinen Körper verlassen und seine Fähigkeit zu spüren
verloren. Sonja: „Michael, es tut mir leid.“
Michael zeigt seinen Eltern den Missbrauch. Sonja: „Habt ihr das
gewusst, was ihr ihm angetan habt? Der Kleine Michael hat gar nichts mehr
gespürt. Ihr habt einen Zombi aus eurem Sohn gemacht.“ Sonja
nimmt die Eltern auch als Riesen-Zombis wahr. „Ihr seid tot.“
Sonja holt ihre Mutter und zeigt ihr, dass ihre Schwester ihren Sohn schlägt,
er nichts mehr spürt und daraufhin die kleine Sonja missbraucht.
Die Mama reagiert nicht. „Ich glaub, das ist eine ganze Zombi-Familie.“
Der Therapeut macht den Vorschlag die Eltern der Mutter und Tante zu holen.
Der Opa kommt, die Oma hinter sich herschleppend; alle sind erstarrt.
Die drei Brüder der Mutter kommen ebenfalls hinzu. Sonja: „Oma,
Opa, Schaut eure Kinder an, die sind alle nicht lebendig. Die sind alle
tot.“ Die Oma sackt in sich zusammen. Der Opa ist stur und wendet
sich ab. Sonja zeigt ihrem Opa, wie die Auswirkungen auf sie bis heute
sind. „Ich bin auch nicht richtig lebendig.“ Der Opa ist sehr
verschlossen und in sich gekehrt.
Es gilt einen Kontakt zwischen dem Opa und Sonja herzustellen, dass der
Opa für die Kleine da ist.
Sonja kommt in die Situation, wo der Opa sie als Kind am Schoss hat. Sie
fühlt sich da nicht wohl. Das Mädchen: „Der fasst mich
immer so komisch an. Das fühlt sich irgendwie falsch an.“ Der
Opa grinst sie frech an und sagt sie soll verschwinden. Sonja geht in
die Szene, wo sie zum ersten mal gemerkt hat, dass das mit dem Opa nicht
O.K. ist.
Sie sieht sich in einem weißen Strampelanzug mit weißem Hütchen.
„Ich hab nur das Gefühl, dass da was nicht stimmt. Der Opa
drückt mich so komisch an sich.“ Sonja fragt den Opa direkt,
ob er die Kleine benutzt, sich sexuell zu erregen. Der Opa nickt. Er sagt:
„Die ist so klein, mit der kann ich machen, was ich will.“
Sonja holt die Oma dazu und zeigt ihr, was der Opa macht. Die Oma ist
zuständig für die Sexualität vom Opa, will aber nichts
davon wissen. „Oma, ich möchte, dass du auf mich aufpasst.“
Die Oma wendet sich ab.
Sonja: „Das regt mich auf.“ Sie bearbeitet die Oma mit dem
Dhyando. Die Starre und Resignation müssen aufgebrochen werden, an
die Oma und den Opa zurückgeben werden. „Oma, Du schaust jetzt
zu! Und du, Opa, lässt deine Finger von mir!“ Sonja sagt es
ihrer ganzen Familie: „Ihr kotzt mich alle an!“
Sie lässt die Oma Kniebeugen machen und gibt ihr den Auftrag auf
die Kleine aufzupassen. Die Oma willigt ein, aber sie hat Angst vor dem
Opa.
Sonja nimmt sich jetzt dem Opa vor und bearbeitet dieses Energiebild mit
dem Dhyando. „Wenn du mich noch einmal anfasst...!“ Der Opa
schaut jetzt her. Sonja zeigt ihm die Auswirkungen auf die ganze Familie
und auf sie. Er hat verstanden und entschuldigt sich bei der Kleinen.
Die Kleine kann das annehmen.
Der Therapeut schlägt vor auszuprobieren, wie sich die Kleine jetzt
am Schoss vom Opa fühlt. „Es ist sehr vorsichtig von beiden
Seiten. Der Opa weiß gar nicht wie er sich als liebevoller Opa verhalten
soll.“ Sonja stellt fest, dass der Opa gar nicht weiß, wie
man sich liebevoll verhält zu seinen Kindern. Er muss das noch lernen.
Sie nimmt ihn jetzt dennoch liebevoller wahr.
Sonjas Mutter und Tante können die Veränderung auch spüren.
Sonja fragt ihre Mutter, ob sie auch mithelfen will, dass alle lebendiger
werden. Die Mutter bestätigt. Die Mutter bedeutet ihrer Schwester:
„Hör auf deine Kinder zu schlagen und so lieblos zu sein.“
Sie ist traurig und betroffen.
Sonja geht es ganz gut, ist aber erschrocken über die Abgründe
in ihrer Innenwelt. Es handelt sich hier um das Morphogenetische Feld,
das Familienenergiefeld, mit dem sie in Kontakt kommt. Die Erstarrung
und Gefühllosigkeit zieht sich durch die ganze Familie. Es geht quasi
um eine Erblast, die es aufzurollen und aufzulösen gilt. „Ich
habe das Gefühl meine Familie zu verraten.“
Das ist auch der Punkt, warum sie jahrelang alles weggedrückt hat.
Die Informationen und Bilder sind aber nicht objektiv zu werten. Es sind
die Eindrücke, wie Sonja sie subjektiv wahrgenommen und in ihrem
Kopf abgespeichert hat. Es ist nicht wichtig, Tatsachen herauszufinden,
sondern die abgespeicherten Eindrücke in ihrem Gehirn zu verändern.
So kann sich Sonja im Ergebnis frei und lebendig fühlen. Innenweltarbeit
bedeutet auch frei von den Einflüssen der Familie und Erziehung zu
werden.
Der Therapeut macht den Vorschlag zu der Kleinen, die oben an der Decke
hängt, zurückzugehen. Wenn sie bereit ist in den Körper
zurückzukommen, entscheidet sie sich gleichzeitig dazu, wieder zu
fühlen. Auch die schmerzlichen Gefühle. Sonja: „Bist du
bereit wieder zu fühlen und mit mir den Weg zu gehen? Auch wenn es
unangenehm ist?“ Die Kleine bestätigt und ist damit bereit
zu fühlen wie Michael sich auf sie legt und sie missbraucht. Die
Kleine möchte aber, dass Sonja da bleibt und ihr hilft. „Ich
kann versuchen mein Bestes zu geben, ich kann es nicht 100% zusichern.
Ich bemühe mich. Ich will dir helfen. Aber ich habe auch ganz schön
Schiss davor.“ Sonja fühlt ein ganz zartes Band zwischen sich
und der Kleinen.
Es ist jetzt wichtig ganz viel Verbindung zwischen Sonja und ihrer Kleinen
aufzubauen. Sonja zeigt diese Verbindung ihrer Familie. „Wir haben
heute ein ganz zartes Band geknüpft.“ Die Familie freut sich.
Sonja nimmt die Einganshöhle jetzt heller und nicht mehr so furchterregend
wahr. Die Höhle sagt Sonja, dass sie nicht so schlimm sei wie sie
vielleicht denkt.
„Höhle, heute Nachmittag werden wir weiter arbeiten.“
|